Montag, 14. Juli 2008

Die Bremsenfalle - eine neue Wunderwaffe gegen Bremsen?

Bremsen machen unseren Pferden das Leben auf der Weide besonders schwer. Die Stiche der Pferdebremsen sind schmerzhaft, manchmal werden durch die Stiche der Bremsen auch Krankheiten übertragen. Die meisten Pferde reagieren nervös, wenn sie von Bremsen geplagt werden und beginnen zu laufen. Dort beginnt der Teufelskreis, denn wenn das Pferd nun auch noch zu schwitzen beginnt, werden durch den Geruch immer mehr Bremsen angezogen. Zwar gibt es viele Mittel gegen Bremsen, doch leider halten viele Bremsenschutzmittel / Insektenschutzmittel nicht was sie versprechen oder können sogar teilweise Schaden anrichten, wie wir hier schon einmal berichtet hatten

Die niederländische Firma Loer Dazenval hat 2006 eine neuartige Bremsenfalle entwickelt, die jetzt auch in Deutschland erhältlich ist. Die neue Bremsenfall soll den Pferden Erleichterung verschaffen, indem sie einen Großteil der Blut saugenden Plagegeister einfängt. Die Bremsenfalle wird an Stall und / oder Weide aufgestellt, soll die Bremsen anlocken du dann in einem Behälter einfangen. Zu 100 % Prozent von Bremsen befreien kann zwar auch dieses neue Gerät nicht, wie der Hersteller Fairerweise zugibt, doch der Hersteller verspricht eine deutliche Abnahme der Bremsenplage.

(Pferde-) Bremsen in der Falle

Die Vorteile: die Bremsenfalle kommt ganz ohne Chemie aus und ist damit auch umweltfreundlich. Die Anschaffungskosten für das neuartige Gerät sind mit 250,00 €ur zwar relativ hoch, doch immerhin handelt es sich um eine einmalige Anschaffung. Würde man die Kosten für Bremsenabwehrsprays, Gele, Roll-Ons etc. auf das Jahr hochrechnen, könnte sich die Anschaffung der neuen Bremsenfalle - sofern sie wirklich so gut funktioniert wie es der Hersteller verspricht - schnell amortisieren.

Der Nachteil: eine Lösung für Bremsenfreie Ausritte ist die neue Bremsenfalle natürlich nicht. Dennoch wäre den Pferden schon sehr geholfen, wenn die neue Bremsenfalle ihnen wirklich einen Bremsenarmen Weideaufenthalt ermöglichen könnte. Oder aber - zum Beispiel am Reitplatz aufgestellt - ein einigermaßen entspanntes Training ohne übermäßige Belästigung durch Bremen ermöglichen könnte.


Mehr Informationen zu der neuen Bremsenfalle gibt es auf der Internetseite: http://www.bremsenfalle.de

Wir wünschen einen entspannten & Bremsenfreien Sommer!

Montag, 16. Juni 2008

Pferdefütterung: Wie lange darf frisch geschnittenes Gras (Grasschnitt) verfüttert werden? Was ist bei der Fütterung von Schnittgras zu beachten?


Folgende Frage einer Leserin erreichte uns heute per E-Mail:

"Gibt es Informationen, wenn Schnittgras an Pferde verfüttert wird, wie lange man das lagern kann, ohne, dass es für die Pferde zu Verdauungsproblemen führt? Bei uns im Stall wird Gras geschnitten und gefüttert."
Da die Antwort sicher viele Reiter & Pferdefreunde interessiert, veröffentlichen wir die Antwort gleich hier als Blogeintrag. Allerdings ist diese Frage - wie so viele andere Fragen auch - nicht ganz so einfach mit einer konkreten Zeitvorgabe zu beantworten, denn es ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Erstens hängt es natürlich von der Empfindlichkeit des jeweiligen Pferdes ab. Was das eine Pferd vielleicht noch vertragen kann, löst möglicherweise bei einem anderen Pferd schon eine schwere Kolik aus. Ferner kommt es auch auf die Umgebungstemperatur an. Je wärmer das Schnittgras lagert, desto eher verdirbt es und verursacht Probleme bzw. wird für die Pferdfütterung unbrauchbar.

  • Grundsätzlich gilt: Je frischer das Gras verfüttert wird, desto besser. Am Besten ist es nur so viel Gras zu schneiden, wie man sofort - und am besten unmittelbar nach dem Schneiden - verfüttern kann.
  • Länger als 24 Std. sollte man geschnittenes Gras keinesfalls lagern. (Achtung! Diese Zahl ist nur ein grober Höchstwert. Bei empfindlichen Pferden oder ungünstigen Witterungs- / bzw. Lagerbedingungen können 24 Std. auch schon zu viel sein!)
  • Wenn geschnittenes Gras Wärme bildet, das heißt, wenn es sich warm anfühlt oder bereits angewelkt aussieht, sollte es nicht mehr an Pferde verfüttert werden!
  • Kurz geschnittenes Gras, wie etwa von einem Rasenmäher sollte gar nicht an Pferde verfüttert werden! Hier besteht die Gefahr der Schlundverstopfung und die Gefahr einer Anschoppungskolik / Verstopfungskolik, weil kurzes geschnittenes Gras nicht genügend Rohfaser enthält und so schnell im Verdauungstrakt „zusammen pappt“. Ferner wird kurz geschnittenes Gras vom Pferd zu hastig gefressen, was einen weiteren Grund für die erhöhte Kolikgefahr darstellt. Je länger die Grashalme des geschnitten Grases sind, desto mehr muss das Pferd mit den Lippen sortieren, kauen und einspeicheln.

Freitag, 23. Mai 2008

Unbekannte greifen Pferde an -Polizei sucht Zeugen

In Münster-Sprakel sind bislang noch unbekannte Täter in der Zeit zwischen Mittwochabend und Donnerstagnachmittag (21.-22.05.2008 19.00-13.30 Uhr) in einen Reitstall am Heidegrund eingedrungen. Sie brachen einen Schrank auf und entwendeten mehrere Reitartikel sowie Elektroartikel. Dann bewarfen sie die Pferde mit Wasserkanistern und Sensen, wobei die Pferde leicht verletzt wurden. Wie die Polizei hier mitteilt, liegt der Gesamtschaden im vierstelligen Eurobereich. Hinweise erbittet die Polizei an das Polizeipräsidium Münster, Telefon 0251-275-0

Samstag, 17. Mai 2008

Insektenschutz für Pferde: Was hilft gegen Fliegen, Bremsen & Mücken? Was ist mit Vorsicht zu verwenden?

Bremsen, Fliegen, Mücken & Co - was hilft Pferden wirklich gegen die lästigen Plagegeister und mit welchem Fliegenschutz muss man vorsichtig sein?

Kaum scheint die Sonne, sind auch die Plagegeister wie Bremsen, Mücken und Fliegen da, um unseren Pferden das Leben schwer zu machen. Der Fachhandel bietet eine Vielzahl von Mückenschutz-, Fliegenschutz- und Bremsenschutzmittel: Lotionen, Sprays, Sticks & Roll-ons, Futterzusätze usw. Leider versprechen die angebotenen "Wundermittel" aber oft mehr als sie halten können - spätestens, wenn das Pferd ein wenig zu schwitzen beginnt, ist die Wirkung meist dahin.

Leider lässt nicht nur die Insekten abschreckende Wirkung oft zu Wünschen übrig, manchmal kann es auch - besonders bei empfindlichen Pferden - zu heftigen Hautreizungen kommen. So weiß ich von einem Beispiel, das ich selbst miterlebt habe: Ein Pferd, das bis dahin nicht als besonders Hautempfindlich galt, wurde von seinem Besitzer vor dem Weidegang mit einem Insektenschutzmittel für Pferde eingesprüht und danach auf die Weide gebracht. Nach ca. 2 Stunden auf der Wiese, sattelte der Besitzer sein Pferd, um noch einen kleinen Ausritt zu machen. Die Reste des Insektenschutzmittels, die sich noch im Fell der Sattellage befanden, reizten in Verbindung mit der Wärme und Reibung des Sattels die Haut des Pferdes so stark, dass die Haut des Pferdes regelrecht verätzt wurde.

Schon ca. 30 Minuten nach Abritt, verhielt sich das Pferd plötzlich aus zunächst unerklärlichen Gründen auffällig nervös und unruhig. Der Pferdebesitzer brach den Ausritt daraufhin ab, und wunderte sich noch darüber, dass sein Pferd auch beim Absatteln plötzlich sehr “zickig” reagierte. Als er wenig später noch einmal nach seinem Pferd sah, bemerkte er Quaddeln und aufgestelltes Fell in der Sattellage. Das Pferd schien sehr schmerzempfindlich und wollte sich kaum noch an der Sattellage berühren lassen. Wenige Stunden später lösten sich ganze Hautfetzen mit Fell - das rohe Fleisch kam zum Vorschein. Sattel und Satteldecke waren völlig in Ordnung, auch hatte der Pferdebesitzer rechtzeitig nachgegurtet und sein Pferd vor dem Satteln gründlich geputzt. Die Verätzungen wurden also offenbar tatsächlich von dem Insektenschutzmittel in Kombination mit der Reibung des Sattels hervor gerufen. Die Firma, von der das damals noch neue Insektenschutzmittel stammte, reagierte wenig beeindruckt: “Empfindliche Reaktionen könne man eben nie ausschließen, hieß es dort”. Wir raten daher dringend auf das Einsprühen der Sattellage zu verzichten! Auch an den Beinen sollte lieber auf das Einsprühen verzichten, wenn danach noch Gamaschen oder Bandagen angezogen werden. Eine besonders empfindliche Haut haben oft Schimmel, helle Füchse / Cremellos etc. Aber auch bei Braunen oder Rappen kann man solche Hautreaktionen nicht ausschließen.

Vorsicht auch bei Knoblauch gegen Bremsen, Fliegen & Mücken!

Angesichts solche Dinge, die leider vorkommen können, möchten viele Pferdebesitzer lieber auf Chemie verzichten und auf natürliche Mittel zu Insektenabwehr zurückgreifen. Der Wunsch ist verständlich, doch auch hier ist Vorsicht geboten! Einige Pferdebesitzer schwören auf Knoblauch, um Bremsen, Fliegen und Mücken zu vertreiben. Leider lassen sich Pferdebremsen und andere Plagegeister meiner Meinung nach wenig bis gar nicht vom Knoblauchgeruch beeindrucken. Die Folge: Pferdebesitzer erhöhen die Dosis in der Hoffnung “viel hilft viel”. Auch hiervor müssen wir warnen: In zu hoher Dosis über einen längeren Zeitraum gefüttert ist Knoblauch giftig für Pferde und andere Tiere! Eine Überdosierung über längeren Zeitraum kann zu einer lebensbedrohlichen Anämie (Blutarmut) führen.

Auf der Website des Instituts für Veterenärpharmakologie und Veterenärtoxikologie wird die toxische Dosis (giftige Dosis) bei täglicher Fütterung mit > 0,2g/kg Körpergewicht des getrockneten Knoblauchs angegeben, was 2g/kg Körpergewicht des frischen Knoblauchs entspricht. Als maximale mittlere Tagesdosis von frischem Knoblauch oder Äquivalent wird dort empfohlen: Katzen und Hunde: 4 g/Tier, Grosse Wiederkäuer: 20-30 g/Tier, Pferde: 20 g/Tier. (Ausführliche Infos zur Knoblauchfütterung beim Hund hier.)

Aber was hilft denn nun gegen Bremsen, Fliegen und Mücken?

An dieser Stelle würde ich gerne ein Wundermittel präsentieren, das wirklich zuverlässig und ohne jegliche Gefahren & Nebenwirkungen schützt, doch das habe ich bisher leider nicht gefunden. Ob Hausmittelchen oder gekaufte Produkte - groß zusammengefasst kann man wohl sagen: 1-2 Stunden vermögen die meisten Mittel zumindest einen Großteil der Plagegeister fern zu halten. Spätestens aber, wenn das Pferd zu schwitzen beginnt, ist die Wirkung weitgehend dahin. Einen wirklichen Schutz bieten nur Fliegendecken und Fliegennetze. Hierbei sollte man aber beachten, dass Pferde die mehrstündigen oder ganztägigen Weidegang genießen dürfen keine Scheuerstellen von den Decken bekommen, bzw. dass die Decken nicht verrutschen und zur Verletzungsgefahr werden.

Gerade an den Augen werden Pferde oft von vielen Fliegen belagert und sehr häufig verursachen bzw. übertragen die Fliegen eine Bindehautentzündung. Hier haben sich neben den Fliegennetzen auch Fransenstirnbänder bewährt, die einfach am Halfter angebracht werden. Durch die ständige leichte Bewegung der Fransen, werden die Fliegen davon abgehalten sich an den Augen fest zu setzen und die Tränenflüssigkeit der Pferde aufzusaugen. Somit wird die Gefahr der Augenreizungen und Bindehautentzündungen stark vermindert.

Ob die neuartige Bremsenfalle, die jetzt auch in Deutschland erhältlich ist, sich durchsetzen wird bleibt abzuwarten.

Foto: (c) M. Großmann / Pixelio.de


Dienstag, 13. Mai 2008

EQUITANA Open Air 2008 – die ganze Pferdewelt zum Anfassen

200 Stunden Programm, Rekordbeteiligung im Wettbewerbsprogramm und jede Menge Fachwissen

Neuss. Mehr als 1.500 Pferde, 180 Aussteller, 100 Wettbewerbe und 80 Demonstrationen, Vorträge und Shows – das ist die EQUITANA Open Air 2008. Vom 16. bis 18. Mai führt sie die verschiedensten Pferderassen und Reitweisen zusammen, vereint Sport, Information, Unterhaltung und Shopping mit dem Flair eines Open-Air-Festivals. Im Mittelpunkt steht nach wie vor der Breitensport. Vom sportlich ambitionierten Turnierreiter bis zum Freizeitreiter, vom Island- bis zum Barockpferdereiter, von Dressur bis Western – die EQUITANA Open Air bringt sie alle zusammen.

Umfangreiches Programm auf acht Aktionsplätzen

Auf insgesamt acht Aktionsplätzen erleben die Besucher und Reiter drei Tage lang Prüfungen und Qualifikationen der vier Partnerverbände Pferdesportverband Rheinland, Erste Westernreiter Union (LV Rheinland), IPZV Landesverband Rheinland und Interessengemeinschaft Welsh. Parallel zu den mehr als 100 Cups und Prüfungen präsentiert die EQUITANA Open Air ein spannendes Showprogramm und jede Menge Fachwissen rund ums Pferd. Im neuen Kompetenzforum ‚pferdegerecht’ geben die Profis ihr Wissen an die Besucher weiter. Insgesamt stehen 180 einzelne Veranstaltungen in drei Tagen auf dem Programm.

Zuchtschau der besonderen Art

1.500 Pferde werden in Neuss erwartet, mehr als 50 Rassen werden im Turnier- und Showprogramm zu sehen sein. Besonders groß ist die Vielfalt der Ponys und Kleinpferde. Erstmals wird es auf dem Pferdefestival aber auch eine Zuchtleistungsprüfung für spanische Pferde geben. Organisiert wird diese vom Verein der Freunde und Züchter des Pferdes reiner spanischer Rasse. Am Freitag und Samstag wird der Verein die außergewöhnliche Eleganz und Ausstrahlung der Pura Raza Española dem Publikum präsentieren.

Stärkerer Fachcharakter im Tagesprogramm

Das Tagesprogramm bietet allen Pferdefans ganztägig Lehrdemonstrationen und Mitmachaktionen. Mit dem Kompetenzzentrum ‚pferdegerecht’ ergänzt die EQUITANA Open Air in diesem Jahr ihr Programm und stärkt ihren Fachcharakter. Die Themen reichen von der Pferdefütterung bis hin zu Ratschlägen für erwachsene Reitanfänger. Auf dem Aktionsplatz reicht das Angebot von der Gangpferdeausbildung mit Walter Feldmann über Natural Horsemanship bis zur Springclinic mit Michael Zimmermann. Das FS-Reitzentrum Reken ist ebenso vertreten wie Global Equine Services aus Großbritannien, deren Referenten täglich sanfte Behandlungsmethoden bei Zahnproblemen demonstrieren.

Von der Rekord-Quadrille bis zum Rodeo – Vielfalt im Showring

Morgens und nachmittags stellen die Aussteller im Showring ihre Pferde in bunten Schaubildern vor, dazwischen gibt es jede Menge Action und Lehrreiches. Unter den Akteuren sind unter anderem die Limited Rodeo Riders, die mit ihrem Speed Rodeo Tempo in den Showring bringen, die Islandpferdefreunde Wäller Wind, die Voltigiermannschaft des RV Essen sowie Oliver Jubin und die Tänzerin Ana Ayromlou, die als „Tanzende Beine“ bereits in der HOP TOP Show auf der EQUITANA in Essen das Publikum begeisterten. Die Reiter des Haflingergestüts Ziegelhof peilen einen neuen Weltrekord im Quadrillenreiten an: 100 Pferde und Reiter traben sich am Sonntag in Formation ins Guinnessbuch der Rekorde.

180 Aussteller laden zum Stöbern und Shoppen ein

Die EQUITANA Open Air ist nicht nur Eldorado für Sportler, sondern auch ein Shoppingparadies. 180 Aussteller bieten Zubehör für Pferd und Reiter an, von der Kutsche über den Pferdeanhänger bis zur Reitbekleidung. Wer seine Ausrüstung komplettieren oder einfach nur stöbern will, ist auf der EQUITANA Open Air gut aufgehoben.

Der EQUITANA Open Air Showabend

Eine Stunde voller Show-Highlights erwartet die Besucher, wenn der Abend auf der EQUITANA Open Air anbricht. Am Samstag, den 17. Mai ab 20 Uhr präsentieren sich die Top-Acts des Tagesprogramms und weitere Gäste in einer mitreißenden Show. Anschließend sorgt auf der Party im Festzelt die Liveband Rooftop für Stimmung und den richtigen Rhythmus. Zur Party und zum Showabend ist der Eintritt frei.

http://www.equitana-openair.de/

Daten und Fakten:

Datum: 16. bis 18. Mai 2008
Ort: Neuss, Galopprennbahn
Öffnungszeiten: Freitag 10 bis 20 Uhr,
Samstag 09 bis 20 Uhr, Sonntag 09 bis 18 Uhr
Eintrittspreise: Freitag € 6.- (erm. € 2,-), Samstag / Sonntag: € 8.- (erm. € 4.-)

Quelle Fotos & Text (c) Reed Exhibitions Deutschland GmbH; Pressemitteilung

Montag, 5. Mai 2008

Pflerdewissen: Giftpflanzen - gitftige Pflanzen auf Weide, Wald & Feld

Umfangreiche Datenbank der für Pferde, andere Tiere & Menschen giftigen Pflanzen

Da kann man in Biologie noch so gut aufgepasst haben - alle Pflanzen kennt wohl kaum jemand. Und kaum jemand erkennt alle Giftpflanzen sofort. Zwar findet man in vielen Pferdebüchern die wichtigsten Giftpflanzen aufgelistet und meist auch mit Abbildung angezeigt, doch meist beschränkt sich die Fachliteratur auf einige wenige Pflanzen, die am häufigsten vorkommen oder besonders giftig sind. So passiert es immer wieder, dass man auf der Weide ein Kraut oder eine Pflanze entdeckt, die man nicht eindeutig zuordnen kann. „Giftig oder nicht giftig?“, lautet dann die Frage, die man sich als Pferdebesitzer stellt.

Eine sehr umfangreiche und informative Datenbank zum Thema Giftpflanzen habe ich jetzt im Internet entdeckt: Auf botanikus.de sind Giftpflanzen in Feld, Wald und Wiese sind dort ebenso aufgelistet, wie die giftigen Zimmerpflanzen, giftige Beeren und Früchte. Mit einem Klick auf das jeweilige Tierfoto kann man sich ansehen, welche Pflanzen für Hunde, Pferde, Katzen, Schafe, Ziegen, Meerschweinchen, Kaninchen, Vögel, Schildkröten oder Kühe und Schweine jeweils giftig sind. Klickt man dann noch in der Liste die einzelnen Pflanzennamen an, so erhält man detaillierte Informationen und Fotos zu den einzelnen Giftpflanzen, wie zum wo die Giftpflanzen wachsen und welche Vergiftungssymptome sich zeigen, wenn sie aufgenommen werden. Hinzu kommen noch viele Informationen über Kräuter- und Heilpflanzen. Den Link sollte sich jeder Tierbesitzer speichern, um beim nächsten Mal, wenn man ein undefinierbares Kraut auf der Weide entdeckt, schnell mal nachsehen zu können. Das Ganze gibt es dort auch als CD mit über 3500 Farbfotos der einzelnen Giftpflanzen zu kaufen.

Mittwoch, 23. April 2008

Grausiger Fund: 12 abgetrennte Pferdebeine im Wald entdeckt, die Polizei bittet um Hinweise

Einen grausigen Fund machte ein Rentner am 20.04.08 in einem Waldstück in der Feldmark. Als die Bernhardinerhündin des Mannes plötzlich aufgeregt bellte, sah der Hundebesitzer nach und fand 12 abgetrennte Pferdebeine. Der Fundort ist die Germarkung Osterstedt, an der Straße Brachenfeld. Wie die Polizei berichtet, waren die Röhrbeine der Pferde fachgerecht am Wurzelgelenk bzw. am Sprunggelenk abgetrennt worden. Sie waren in Frischhaltefolie eingewickelt und dürften von insgesamt 3 Tieren stammen. An dem Ablageort, wo sie vermutlich vor etwa einer Woche abgelegt wurden, waren sie mit Laub überdeckt worden. Die Polizei Hohenwestedt ermittelt jetzt und bittet Zeugen, die etwas zur Herkunft der Pferdegliedmaßen sagen können oder aber auch in der vergangenen Woche verdächtige Personen und Fahrzeuge in der Gemarkung bemerkt haben, sich unter der Tel.-Nr.: 04871 / 1282 zu melden.

(Quellen: Polizeidirektion Neumünster, Bild.de)

Samstag, 19. April 2008

Kernspintomographie beim Pferd - Video

Die Kernspindiagnostik wird auch in der Tiermedizin immer mehr genutzt um eine genaue Diagnose stellen zu können. Wie diese neue Diagnosetechnik funktioniert, dazu hat Pferdefernsehen.eu ein neues Video online gestellt. In dem Video wird gezeigt und erklärt, wie die Kernspindiagnostik funktioniert. Hier geht's zum Video. (Direktlink)

Donnerstag, 17. April 2008

Pferde richtig anweiden - Gefahren und Tipps für einen guten Start in die Weidesaison

Für die ganz glücklichen unter den Pferden, die ganzjährigen Weidegang genießen, stellt sich die Frage des Anweidens nicht. Sie gewöhnen sich so langsam an das wachsende Nahrungsangebot und den im Frühjahr ansteigenden Eiweißgehalt im Gras, wie das Gras selbst wächst. Doch in vielen Reitställen ist es mangels ausreichender Weideflächen die gängige Praxis die Weiden über die Wintermonate (meist von Oktober bis Mai) zu sperren, damit sich die Weisen erholen können. Verständlich, dass die Pferde dann nach dem langen Winter und der öden Zeit in der Box und auf dem Paddock gierig auf jeden Grashalm sind. Dass zuviel frisches Gras für Pferde sehr schädlich sein kann, interessiert die Vierbeiner in dem Moment nicht.

Warum ist zuviel frisches Gras schädlich und was kann passieren?

Zum einen benötigt das Pferd zum Verdauen des frischen Grüns spezielle Darmbakterien - diese sind bei alleiniger Fütterung von Heu, Stroh und Kraftfutter im Winter nur in geringen Maßen vorhanden. Daher sollte die Futterumstellung langsam vor sich gehen, so dass diese Bakterien sich wieder vermehren können. Erfolgt die Futterumstellung zu plötzlich, kommt es oft zu schweren Koliken. Das ist eine Sache.

Eine weitere Gefahr besteht in dem sehr hohen Eiweißgehalt, den das Gras besonders im Frühjahr ausweist. So kommt es bei unvorsichtigem Anweiden schnell zu einem Eiweißüberschuss, der den Stoffwechsel des Pferdes, insbesondere die Leber und Nieren des Pferdes stark belastet. Ein Anzeichen für ein Zuviel an Einweiß können angeschwollene (angelaufene) Beine - bevorzugt an den Hinterbeinen von Huf bis zum Fesselkopf oder höher - sein. Spätestens wenn sich dieses Symptome zeigen, sollte man vorsichtiger werden. Besser ist es natürlich, solche Symptome schon durch entsprechende Vorsicht beim Anweiden zu vermeiden. Neben dem hohen Eiweißgehalt, weist das Gras im Frühling und Frühsommer zugleich einen sehr hohen Gehalt an leichtlöslichen Kohlehydraten wie Stärke, Zucker & Fruktane auf.

Bei einer zu plötzlichen Umstellung können die großen Mengen dieser Nährstoffe nicht vollständig im Verdauungstrakt abgebaut werden. Zumindest nicht dort, wo sie von der Darmwand eigentlich aufgenommen werden sollten: Nämlich im vorderen Dünndarm. Statt dessen werden sie in den Dickdarm weiter befördert und stören dort das empfindliche Gleichgewicht der Bakterien. Durch die erhöhte Zufuhr von Zucker und Stärke vermehren sich die Laktobazillen im Darm explosionsartig und übersäuern den Darminhalt, was wiederum ein massenhaftes Absterben der nützlichen Darmbakterien zur Folge hat. Die abgetöteten Bakterien setzen dann Giftstoffe, sogenannte Endotoxine frei, die vom Blut aufgenommen werden und winzige Blutgerinnsel bilden. Diese winzigen Blutgerinnsel verstopfen die feinen Kapillargefäße der Huflederhaut, und es kommt zu Huflederhautentzündungen, oder gar zu einem akuten Hufrehe-Schub. Auch die Entsehung des Bockhufs wird durch den plötzlichen Überschuss an Nährstoffen begünstigt.

Wie weidet man Pferde richtig an?

Es empfiehlt sich, das Pferd anfangs nur wenige Minuten an der Hand grasen zu lassen. Je vorsichtiger, desto besser - 10 Minuten reichen für die ersten Tage aus. Dann gilt es die Zeit langsam zu steigern, wobei Kontinuität sehr wichtig ist. Das heißt: Das kontrollierte Grasen an der Hand sollte möglichst wirklich täglich erfolgen und sehr langsam aber stetig aufgebaut werden. Die Fresszeit an der Hand wird so ganz allmählich erhöht. Ideal für die nächste Stufe ist es, wenn man die Möglichkeit hat, das Pferd auf eine kleine Weide, oder zum Beispiel einem Treibgang vor den Weiden (sofern ein sicher eingezäunter Treibgang vorhanden ist) frei grasen zu lassen. Eine kleinere Fläche erleichtert das "Einfangen", denn die Pferde trennen sich nur ungern wieder vom frischen Gras. Um das Einfangen nach Ablauf der Zeit zu erleichtern, empfiehlt es sich auch das Halfter drauf zu lassen. Allerdings muss man bei einer sehr kleinen Weidefläche oder einem Treibgang darauf achten, dass man nicht mehrere Pferde auf einem kleinen Stück zusammen stellt - sonst kommt es schnell zu Streiterein. Entweder (unter Aufsicht) allein, oder mit einem Artgenossen, den das Pferd gut kennt und von dem man weiß, dass sie sich auch auf engem Raum gut vertragen.

Erst wenn man sicher ist, das Pferd jederzeit wieder einfangen zu können, und das Pferd ca. an eine Stunde grasen gewöhnt ist, sollte man den Schritt auf eine größere Weide wagen und dann dort die Weidezeit ganz allmählich in Schritten von 30-60 Minuten weiter steigern.

Verletzungsgefahr am ersten Weidetag

Sieht das Pferd nun zum ersten mal die große, weite saftige Wiese vor sich, kommt schnell Übermut auf. Da wird freudig gebockt und getobt, und nicht selten endet der erste Weidegang mit einer Verletzung und einem Tierarztbesuch. Bewährt hat sich daher das Pferd nach dem Reiten / Fahren / Longieren auf die Wiese zu bringen. Erstens sind Bänder, Sehnen und Gelenke dann schon aufgewärmt, und zweitens fällt das Toben dann meist nicht mehr ganz so wild aus.


Pferd & Pferdefreunde wünscht eine glückliche & gesunde Weidesaison 2008!

Fotos (c) Andrea & Stefan / Flickr

Nachtrag: > Informationen darüber, was bei der Fütterung von geschnittenem Gras zu beachten ist, findet ihr hier.


Dienstag, 15. April 2008

Trunkenheit im Sattel - Reiterin stürzt mit Pferd

Wie polizeinews.ch gestern bekannt gab, verursachte eine 35-jährige, stark betrunkene Reiterin mit ihrem Pferd einen Unfall. Nach erheblichem Alkoholkonsum war die Frau am Freitag Abend auf die Idee gekommen noch einen einen Ausritt zu unternehmen. Auf dem Rückweg durch die Stadt Altstätten galoppierte sie allerdings zu schnell in die von rechts einmündende Ruppenstrasse. Das Pferd rutschte auf dem nassen Asphalt aus und stürzte. Die stark betrunkene Reiterin blieb auf der Verkehrsinsel bewusstlos liegen. Nach kurzer Zeit stand sie jedoch auf und eilte in Richtung Wohnort davon. Dort konnte die Frau von der Polizei aufgefunden werden. Das Pferd war nach dem Unfall selbständig nach Hause getrabt. Verletzt wurde niemand.

Merke:
Bist du mal sternhagelvoll, ist reiten nicht so wirklich toll!
Galoppierst du auch noch auf der Strasse, liegst du ganz schnell auf der Nase! ;o)

"Pferderipper" war ein Rind

Der Fall des getöteten Pferdes im Kreis Helmstedt, über den wir > hier berichtet hatten, wurde inzwischen aufgeklärt. Newsclick.de veröffentlichte gestern Abend einen Bericht dazu. Demzufolge soll die Ponystute nicht von einem Pferderipper getötet worden sein, sondern Opfer eines Angriffs durch ein Rind. Dieselbe Kuh hatte offenbar zwei Wochen zuvor bereits ein Pferd in Wolfenbüttel auf die Hörner genommen und tödlich verletzt.

Ein Hinweis vom Tierschutz brachte die Polizei auf die richtige Spur: Die Tierschützer von der toten Ponystute im Kreis Helmstedt gelesen, und erinnerten sich an einen ähnlichen Vorfall, der sich Ende März ereignet hatte. Damals war ein Pferd in Wolfenbüttel mit einer tödlichen Fleischwunde auf der Weide gefunden worden. So stellte sich schließlich heraus: Auf beiden Weiden hatte ein und dieselbe Kuh gestanden. Laut Polizei-Sprecher Sven-Marco Claus stammen die Verletzungen von den Hörnern der Kuh.

Ein ungewöhnlicher Vorfall, denn Rinder und Pferde werden oft zusammen auf der Weide gehalten. Sie ergänzen sich in ihrem Grasverhalten, weil die Rinder auch die Geilstellen auf den Pferdweiden abgrasen und auch Brenneseln & Disteln fressen. Somit leisten sie einen Beitrag zur natürlichen Weidepflege. Als besonders friedfertig und verträglich gelten die hornlosen Galloways. Allerdings man sollte sie nicht einfach zusammenstellen, sondern einige Dinge beachten. Zum Beispiel sollte die Weidefläche mehrere Hektar groß sein, damit die Tiere eine Fluchtmöglichkeit haben. Außerdem sollten die Tiere schon als Jungtiere an die gemeinsame Haltung gewöhnt werden", empfiehlt der Experte. Er hatte bisher nie davon gehört, dass Kühe oder Rinder Pferde angegriffen hätten. Normalerweise seien Eher die Rinder gefährdet, weil es häufiger dazu komme, dass sie von den Pferden gejagt oder getreten würden.

Quelle: Newsclick.de, Foto: (c) Stefan Ddorf / Pixelio.de (Symbolfoto, kein Originalbild der Kuh, die die Pferde tötete)