Dienstag, 21. August 2007

Rubrik Stallalltag - Vorsicht Falle!


Kleine Unachtsamkeit kann schlimme Folgen für Pferd und Reiter haben

Die meisten Unfälle geschehen wohl durch Unachtsamkeit. Dabei sind es oft nur Kleinigkeiten, über die man manchmal erst nachdenkt, wenn etwas passiert ist. So kann man zum Beispiel in fast jedem Reitstall beobachten, dass Halfter nach dem Putzen einfach am Anbindestrick hängend auf der Stallgasse zurückgelassen werden. Was dabei nicht bedacht wird: Tritt ein Pferd in diese Stoplerfalle hinein und gerät in Panik, kann es zu schweren Verletzungen, bis hin zu Knochenbrüchen kommen. Derartige Fälle hat es leider schon gegeben und es sind schon Pferde auf diese Weise zu Tode gekommen. Wenn es dann passiert ist, kommt jede Reue und die Erkenntnis, dass dieses Unglück durch einen einzigen Handgriff vermeidbar gewesen wäre zu spät.

Aber nicht nur für das Pferd, auch für die Reiterkollegen kann das achtlos liegen gelassene Halfter schnell zur Stolperfalle werden. Darum: Bitte das Halfter immer vom Anbindestrick lösen, und einzeln aufhängen. So ist es nach der Reitstunde trotzdem sofort wieder griffbereit, aber die Unfallgefahr wird durch einen einzigen kleinen Handgriff, der gerade mal eine Sekunde dauert, deutlich verringert oder sogar ganz ausgeschaltet.

Als Fluchttiere geraten viele Pferde schnell in Panik, sobald sich etwas um ihre Beine wickelt. Auch schwere Unfälle beim longieren, wenn das Pferd durch eine kleine Unachtsamkeit des Longenführers in die Longe geriet, haben leider schon häufig ereignet. Vorbeugend läßt sich aber auch mit Bodenarbeit häufig erreichen diesen Panikreflex in den Griff zu bekommen. Meist ist es möglich das Pferd so zu trainieren, dass es in einer solchen Situation vetrauensvoll stehen bleibt, um sich von 'seinem' Menschen befreien zu lassen. Wir werden darauf später noch näher eingehen, denn dem Thema Bodenarbeit möchte ich in diesem Magazin noch einige Artikel widmen.