Freitag, 19. Dezember 2014

Pferdegesundheit / Pferdekrankheiten - Hufgeschwür


Bei dem Begriff „Hufgeschwür“ denkt der Laie oft sofort an Krebs - daher wäre die Definition „Hufabszess“ oder „eitrige Huflederhautentzündung“ richtiger, oder zumindest weniger verwirrend.

Es handelt es sich dabei um eine eitrige, und sehr schmerzhafte Entzündung der Huflederhaut, deren Ursachen das Eindringen von Fremdkörpern, hartes Auftreten auf einen spitzen Stein, das Anschlagen an einem harten Hindernis o.ä. sein können. Aber auch durch Vernagelung, zu enge oder schlecht sitzende Eisen können Hufgeschwüre entstehen. Weiche und flache Hufe, in die Fremdkörper schneller eindringen können, sind meist anfälliger für Hufgeschwüre.

Symptome:

- Lahmheit
- Erhöhte Temperatur des entzündeten Hufs
- Pulsation (fühlbarer Pulsschlag) in der Mittelfußpartie
- Das Pferd reagiert empfindlich auf das Abtasten mit der Hufuntersuchungszange

Die häufig von einem Tag auf den anderen auftretende hochgradige Lahmheit versetzt weniger erfahrenen Pferdebesitzern oftmals einen Schock. Nicht selten wird da gleich an einen Beinbruch gedacht, wenn ihnen das Pferd plötzlich auf 3 Beinen entgegen humpelt. Doch bei richtiger und rechtzeitiger Behandlung ist das Hufgeschwür eigentlich eine vergleichsweise eher „kleine Sache“ - auch wenn es auf den ersten Blick nicht so aussieht.
.
Behandlung:

Ein Tierarzt oder erfahrener Hufschmied sollte unbedingt sofort hinzugezogen werden. Nachdem Tierarzt oder Hufschmied den Entzündungspunkt durch abdrücken mit der Hufzange lokalisiert haben, wird ein trichterförmiger Einschnitt in den Huf gemacht, durch den die dunkle Eiterflüssigkeit abfließen kann. Damit ist dem Pferd zunächst der größte Druckschmerz genommen. Die Lahmheit bessert sich meist unmittelbar danach, die Stelle muss jedoch weiterhin versorgt werden.

Nach dem Ausschneiden durch den Tierarzt oder Hufschmied wird der Huf mit einem Hufverband in eine Desinfektionslösung eingepackt. Wichtig ist außerdem, dass das Pferd einen ausreichenden Tetanus-Impfschutz hat.

Bei einem unerkannten oder nicht behandelten Hufabszess kann es auf Grund der Tatsache, dass die Entzündung mit dem Eiterherd keinen Abfluss nach außen hat, sich die Entzündungsflüssigkeiten im inneren des Hufes einen Weg zum weichsten Hufbestandteil suchen und am Kronrand als Eiter austreten.

Es ist sehr wichtig, dass das Hufgeschwür (Hufabszess) rechtzeitig behandelt wird, da die Entzündung am Kronrand ausbrechen kann und dort meistens Langzeitschäden verursacht. Sollte der Abszess am Kronrand durchgebrochen sein, kann es ca. 1 Jahr dauern, bis es zum Boden gewachsen ist. Ein Tierarzt sollte in diesen Fall zu Rate gezogen werden!