Montag, 3. März 2008

Gut gemeinte Fütterung endet für Pferd tödlich und für den 'Fütterer' vor Gericht

Welcher Pferdebesitzer hat sich nicht schon midestens einmal über Leute geärgert, die ungefragt Pferde auf der Weide füttern? Oft genug sammeln Pferdebesitzer schimmeliges Brot oder zur Pferdefütterung ähnlich ungeeignete Dinge von den Weiden ein, die "Pferdefreunde" über den Zaun geworfen haben. Wenn man Glück hat, es man findet, bevor die Pferde es fressen. Aber leider hat man nicht immer dieses Glück. Und dann endet das, was ursprünglich "gut gemeint" war, schnell auch mal tödlich. So geschehen in Baden Wüttermberg: Dort hatte ein Mann, ohne die Erlaubnis des Besitzers einzuholen, mehreren Pferden frisches Heu zu fressen gegeben.

Hätte er den Pferdebesitzer um Erlaubnis gefragt, so hätte dieser ihm sicher erklärt, dass nicht abgelagertes Heu zu schweren Koliken bei Pferden führen kann. Doch der 'Fütterer' fragte nicht. Die Folge: Die Pferde hatten am nächsten Tag schwere Koliken und mussten tierärztlich behandelt werden. Einer trächtigen Stute konnte auch der Tierarzt nicht mehr helfen - sie misste eingeschläfert werden. Seine falsch verstandene "Tierliebe" kam den unbefugten 'Fütterer' schließlich teuer zu stehen, denn der Pferdebesitzer verlangte über 8000,- Euro Schadensersatz.

Der 'Fütterer' berief sich darauf, dass er als Pferdelaie diesen dramatischen Ausgang nicht habe vorhersehen können. Doch das spielte für das Oberlandesgericht keine Rolle. Der Zug durch die Instanzen endete beim Oberlandesgericht Karlsruhe schließlich mit einer Verurteilung zur Zahlung von Schadensersatz. Begründung:

  • Wer ein fremdes Tier füttert, ohne dessen Nahrungsgewohnheiten zu kennen, handelt fahrlässig.
  • Er wirkt greift damit schädigend auf fremdes Eigentum ein.

Ein Fütter-Verbot gilt auch ohne Warnschilder

Der Umstand, dass der Pferdebesitzer keine „Füttern verboten“-Schilder angebracht hat, war unbedeutend für den Ausgang des Rechtsstreits. Vorsicht wäre auch ohne Schild geboten gewesen.

(OLG Karlsruhe, Urteil v. 17. 1. 2008, 12 U 73/07).

(Quelle: haufe.de)


Nachtrag / ergänzende Info: Oft führt auch die gut gemeinte Fütterung von frisch gemähtem Gras zu schweren, oder gar tödlichen Koliken. > Warum das Gras vom Rasenmähen für Pferde so gefährlich für Pferde ist und Informationen darüber, was bei der Fütterung von geschnittenem Gras zu beachten ist, findet ihr hier.