Dienstag, 8. Juni 2010

Pferdefütterung: Wie lange darf frisch geschnittenes Gras (Grasschnitt) verfüttert werden? Was ist bei der Fütterung von Schnittgras zu beachten?


Folgende Frage einer Leserin erreichte uns heute per E-Mail:

"Gibt es Informationen, wenn Schnittgras an Pferde verfüttert wird, wie lange man das lagern kann, ohne, dass es für die Pferde zu Verdauungsproblemen führt? Bei uns im Stall wird Gras geschnitten und gefüttert."
Da die Antwort sicher viele Reiter & Pferdefreunde interessiert, veröffentlichen wir die Antwort gleich hier als Blogeintrag. Allerdings ist diese Frage - wie so viele andere Fragen auch - nicht ganz so einfach mit einer konkreten Zeitvorgabe zu beantworten, denn es ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Erstens hängt es natürlich von der Empfindlichkeit des jeweiligen Pferdes ab. Was das eine Pferd vielleicht noch vertragen kann, löst möglicherweise bei einem anderen Pferd schon eine schwere Kolik aus. Ferner kommt es auch auf die Umgebungstemperatur an. Je wärmer das Schnittgras lagert, desto eher verdirbt es und verursacht Probleme bzw. wird für die Pferdfütterung unbrauchbar.

  • Grundsätzlich gilt: Je frischer das Gras verfüttert wird, desto besser. Am Besten ist es nur so viel Gras zu schneiden, wie man sofort - und am besten unmittelbar nach dem Schneiden - verfüttern kann.
  • Länger als 24 Std. sollte man geschnittenes Gras keinesfalls lagern. (Achtung! Diese Zahl ist nur ein grober Höchstwert. Bei empfindlichen Pferden oder ungünstigen Witterungs- / bzw. Lagerbedingungen können 24 Std. auch schon zu viel sein!)
  • Wenn geschnittenes Gras Wärme bildet, das heißt, wenn es sich warm anfühlt oder bereits angewelkt aussieht, sollte es nicht mehr an Pferde verfüttert werden!
  • Kurz geschnittenes Gras, wie etwa von einem Rasenmäher sollte gar nicht an Pferde verfüttert werden! Hier besteht die Gefahr der Schlundverstopfung und die Gefahr einer Anschoppungskolik / Verstopfungskolik, weil kurzes geschnittenes Gras nicht genügend Rohfaser enthält und so schnell im Verdauungstrakt „zusammen pappt“. Ferner wird kurz geschnittenes Gras vom Pferd zu hastig gefressen, was einen weiteren Grund für die erhöhte Kolikgefahr darstellt. Je länger die Grashalme des geschnitten Grases sind, desto mehr muss das Pferd mit den Lippen sortieren, kauen und einspeicheln. 
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