Donnerstag, 9. Oktober 2014

Arthrose bei Pferden - Anzeichen, Behandlungsmöglichkeiten, Therapien, Tipps & Infos


Die Arthrose ist nicht nur bei Menschen und Hunden, sondern auch bei Pferden leider weit verbreitet. Doch auch wenn die Arthrose nicht heilbar ist, gibt es donnoch Möglichkeiten, sie aufzuhalten und die Symptome zu lindern.

Was ist Arthrose und wie entsteht Arthrose bei Pferden?

Als Arthrose bezeichnet man eine degenerative Veränderung der Gelenke, einen “Knochenverschleiß” bzw. "Gelenkverschleiß", der das normale, dem Alter angemessene Maß übersteigt. Dabei können grundsätzlich alle Gelenke von Arthrose betroffen sein und sehr häufig sind auch mehrere Gelenke gleichzeitig betroffen. In den erkrankten Gelenken löst sich nach und nach der degenerative Gelenkknorpel auf. Frei gesetzte Partikel erzeugen bei der Bewegung Druck und / oder Reibung, wodurch über kurz oder lang eine schmerzhafte Entzündung entsteht. An den Gelenkrändern bilden sich Knochenwucherungen, die ihrerseits auch wieder Reibung erzeugen. Auf dem Röntgenbild werden die arthrotischen Veränderungen als Unebenheiten an den Gelenkrändern sichtbar.

Ursachen für Arthrose bei Pferden

Ursachen für die Entstehung von Arthrose beim Pferd können zum Beispiel ein Übermaß an Belastung sein, aber auch Fehlstellungen der Gelenke, Fehlstellungen im Huf usw. Das ist einer der Gründe, warum Fehlstellungen beim Pferd immer ernst genommen und frühzeitig - am besten bevor Beschwerden auftauchen - so gut wie möglich korrigiert werden müssen. Eine leider unter vielen Pferdehaltern verbreitete Praxis den Besuch des Hufschmieds so lange wie möglich „hinauszuschieben“, kann sich auf Dauer rächen. Die Fehlstellung durch zu lange Hufe und / oder einen überfälligen Beschlag können mit verantwortlich für die Entstehung der Arthrose beim Pferd sein. Auch Übergewicht ist eine Form der Überlastung von Gelenken und eine der häufigen Ursachen für Arthrose bei Pferden.

Wie äußert sich die Arthrose bei Pferden?

Da es sich bei der degenerativen Veränderung der Gelenke um einen schleichenden, langsam forschreitenden Prozess handelt, wird die Arthrose beim Pferd oft erst relativ spät erkannt - meist erst dann, wenn das Pferd eine Lahmheit zeigt. (Siehe auch: Lahmheiten beim Pferd erkennen und beurteilen) Anzeichen, die sich vor der Lahmheit schon abzeichnen, sind eine leichte Steifheit, die sich nach etwas Bewegung wieder bessert. Das Pferd „läuft sich ein“, zeigt aber nach längerer Arbeit häufig ein vermehrtes Stolpern. Bereits diese Symptome, die sich bei nasskaltem Wetter meist deutlicher zeigen, sollten auf jeden Fall ernst genommen werden. Denn, je eher die Arthrose erkannt und behandelt wird, desto größer sind die Chancen ihr Fortschreiten verlangsamen zu können und mit der Arthrose verbundene entzündliche Prozesse aufzuhalten. Denn, zu den degenerativen Veränderungen im Gelenk, die im Anfangsstadium von vielen Pferdehaltern noch fast unbemerkt bleiben, kommen später akute Arthroseschübe hinzu. Diese akuten Schmerzschübe gehen dann meist mit deutlicher Lahmheit einher.

Behandlungsmöglichkeiten der Arthrose beim Pferd

Eine Heilung der Arthrose ist, wie schon erwähnt, leider nicht möglich. Dennoch lässt sich das Fortschreiten der Arthrose aufhalten. Unerlässlich für eine erfolgreiche Behandlung der Arthrose ist zunächst die genaue Diagnosestellung durch den Tierarzt. Danach wird der Tierarzt entscheiden, wie die Arthrose im Einzelfall behandelt werden muss. Neben Schmerz- und Entzündungshemmenden Medikamenten und Spritzen gibt es noch weitere Möglichkeiten, die sich in der Behandlung der Arthose beim Pferd unterstützend auswirken können.

Was man bei Arthrose beachten muss und was man vermeiden sollte

Angemessene und schonende Bewegung ist wichtig bei Arthrose. Das Pferd sollte - sofern es nicht stark lahmt - bewegt werden, wobei eine Überlastung aber unbedingt zu vermeiden ist. Viel Schritt auf weichem, aber nicht tiefen Boden und möglichst viel geradeaus (ohne enge Wendungen) ist empfehlenswert. Darüber hinaus sollte dem Pferd möglichst viel Möglichkeit zur freien Bewegung gewährt werden. (Weidegang, Offenstall oder zumindest eine Paddockbox.) Allerdings sollte vermieden werden, dass das Pferd dabei auf einem nassen Untergrund steht - also kein Matsch-Paddock! Ganz wichtig ist es auch, eventuelle Fehlstellungen des Pferdes so gut wie möglich zu korrigieren. Tierarzt und Hufschmied sollten sich gemeinsam über die verschiedenen Möglichkeiten eines orthopädischen Korrekturbeschlags für das Pferd beraten. Die Reitbarkeit des Pferdes kann, je nachdem wie stark die Arthrose ausgeprägt ist, mehr oder weniger eingeschränkt sein. Daher sollte das Training auch mit dem Tierarzt besprochen werden um weitere Überalstungen zu vermeiden.

Alternative Behandlungsmethoden, die unterstützend bei Arthrose helfen können

Wir möchten an dieser Stelle darauf hinweisen, dass die folgenden Anregungen die Behandlung und Beratung vom Tierarzt keineswegs ersetzen kann oder will! Sie sollen lediglich ergänzende Informationen liefern, die dann im Einzelfall mit dem behandelnden Tierarzt besprochen und auf den jeweiligen Arthrosepatienten abgestimmt werden müssen. Die hier genannten Anregen sollen Pferdebesitzern helfen, sich auf das Gespräch mit dem Tierarzt oder der Tierklinik vorzubereiten, um dann gezielte Fragen zu den einzelnen Therapieansätzen stellen zu können.

  • Futterzusätze (Futterergänzungsmittel) wie Teufelskralle und Muschelextrakte, wie zum Beispiel das Extrakt der Grünlippmuschel können in manchen Fällen helfen, die Symptome der Arthrose zu lindern.
  • Die Blutegelthearpie wird seit Jahren erfolgreich bei Mensch und Tier angewandt, um die Arthrosebeschwerden zu lindern. Wie die Blutegeltherapie funktioniert und wirkt, wird hier ausführlich erklärt: Blutegel gegen Arthrose. (Zwar handelt es sich bei der Beschreibung um Arthrose bei Hunden, doch die unterscheidet sich eigentlich nicht von der Arthrose beim Pferd.)
  • Einige Arthrosepatienten berichten auch über eine deutliche Linderung ihrer Beschwerden durch die Einnahme eines Präparates, das aus Hagebutten gewonnen wird. Mehr zum Hagebuttenpulver gegen Arthrose hier.
Eine ultimative Therapie, die wirklich jedem Arthrosepatienten gleichermaßen hilft, gibt es bislang leider nicht. Jede Therapie muss auf das einzelne Pferd abgestimmt werden, und manchmal kann es auch erforderlich sein, verschiedene Therapieansätze auszuprobieren. Gerade bei den Futterzusätzen gehen die Meinungen manchmal auseinander: Während einige Pferdebesitzer auf einen bestimmten Futterzusatz schwören, weil er ihrem Pferd sehr gut hilft, beschimpfen andere Pferdebesitzer den gleichen Futterzusatz als Wirkungslos, weil er bei ihren Pferden weniger gut oder evtl. sogar gar nicht angeschlagen hat. Daher sind Erfahrungsberichte von anderen Betroffenen leider nicht immer auf das eigene Pferd übertragbar.

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