Donnerstag, 2. Juli 2009

Auch Pferde leiden unter Sommerhitze – 10 Tipps, die den Sommer fürs Pferd leichter machen

Zwar kommen die meisten Pferde auch mit extremen Temperaturen oft besser zurecht als Menschen, aber sehr viele Pferde leiden auch unter der Sommerhitze und reagieren mit Kreislaufproblemen. Besonders die in letzter Zeit vermehrt auftretenden hohen Ozonwerte machen den Pferden oft zu schaffen, denn unter den hohen Ozonwerten leiden Pferde oft mehr als der Mensch. Was Pferdebesitzer alles beachten sollten, damit ihre Pferde gut durch den Sommer kommen:

1.) Es sollte sich von selbst verstehen, dass große Anstrengungen in der Mittagshitze vermieden werden müssen. (Siehe -> Hitzschlag beim Pferd). Das Training sollte den Temperaturen angepasst werden und möglichst in die frühen Morgenstunden oder die späten Abendstunden verlegt werden.

2.) Auf der Weide muss den Pferden unbedingt die Möglichkeit gegeben werden, sich jederzeit in den Schatten zurückzuziehen. Die Schattenfläche muss groß genug sein, sodass alle Pferde im Schatten Platz finden und sich auch die rangniedrigen Tiere der Herde im Schatten ausruhen können.

3.) Ganz wichtig: Die Tränken müssen mehrmals täglich kontrolliert werden. Die Pferde müssen immer ausreichend frisches Trinkwasser zur Verfügung haben. Nach körperlicher Anstrengung sollte das Trinkwasser nie zu kalt sein. Darüber hinaus muss man darauf achten, dass das nach körperlicher Anstrengung Pferd nicht zu hastig trinkt. Hier kann es helfen, für die ersten Schlucke das Trensengebiss drin zu lassen, oder eine Hand voll Stroh aufs Wasser zu legen. So trinkt das Pferd langsamer. Am besten bietet man mehrmals kleine Wasser mengen an und macht dazwischen kurze Pausen.

4.) Die Pferde sollten vor Insekten geschützt werden und nicht unbeaufsichtigt auf der Weide bleiben. Besonders die Pferdebremsen machen den Pferden zu schaffen. Das Pferd beginnt zu laufen, um die Plagegeister abzuschütteln, beginnt aber dadurch vermehrt zu schwitzen. Der intensive Geruch des schwitzenden Pferdes zieht immer mehr Bremsen an und es beginnt ein Teufelskreis. Stechende Pferdebremsen können Pferde so in Raserei versetzten, dass sie durch Weidezäune rennen oder so lange galoppieren, bis der Kreislauf zusammenbricht. Nachts bleiben die Pferde zwar von den Bremsen verschont, aber in der Nacht sind dafür die Kriebelmücken besonders aktiv. (Siehe auch: Insektenschutz für Pferde - was hilft, was ist mit Vorsicht zu verwenden?)

5.) Abkühlung tut gut, doch sie muss vorsichtig erfolgen. Es ist unbedingt darauf zu achten, dass das Pferd zunächst im Schritt (und möglichst im Schatten) bewegt wird, bis sich Puls uns Atmung wieder normalisiert haben. Dann beginnt man mit dem Abspritzen an den Hufen des Pferdes und arbeitet sich ganz langsam an den Beinen des Pferdes hoch. Erst wenn alle 4 Beine schonend abgekühlt wurden geht man mit dem Wasserschlauch oder Schwamm zur Brust und zum Hals des Pferdes über und arbeitet sich dann weiter über die Sattellage vor. Im Rücken, besonders in der Nierengegend, sollte kaltes Wasser tabu sein.

6.) So heiß es auch sein mag – das Wasser zur Abkühlung sollte möglichst nicht eiskalt sein. Ist das Wasser zu kalt, belastet es den Kreislauf und das Pferd schwitzt stärker nach. Kleiner Trick wenn nur ein Kaltwasseranschluss vorhaben ist: Man stellt einfach einen Eimer Wasser in die Sonne und wäscht das Pferd dann damit ab.

7.) Bei heißem Wetter schwitzen Pferde auch schon vom Nichtstun – besonders auch im Bereich der Gurtlage. Es muss beim Satteln unbedingt darauf geachtet werden, dass die Gurtlage nicht von Schweiß und Schmutz verklebt ist. (Das gilt zwar nicht nur für den Sommer, sondern hat immer Gültigkeit, aber im Sommer ist die Gefahr besonders hoch, dass es hier zu Scheuerstellen durch verkrusteten Schweiß & Dreck kommt.) Auch nach dem Reiten sind Gurt- und Sattellage immer gründlich zu reinigen.

8.) Bei Pferden, die sich nicht so gerne abwaschen lassen verschafft es auch schon etwas Linderung sie zwischendurch mit einem feuchten Handtuch abzureiben. Auch ein feuchtes Handtuch über den Hals gelegt kann Kühlung und Linderung verschaffen und wird von fast allen Pferden dankbar angenommen.

9.) Damit die Hufe nicht zu stark austrocknen und spröde werden, empfiehlt es sich die einzufetten, wenn das Hufhorn nach dem Abspritzen noch leicht feucht ist. So bleibt die Feuchtigkeit im Huf. Fettet man allerdings sofort ein, wenn die Hufe noch klitschnass sind, reibt sich das Fett sofort wieder ab und der positive Effekt bleibt aus.

10.) Die Fütterung muss den Weideverhältnissen angepasst werden. Fette Weiden erfordern eine geringere Zufütterung als magere Weiden, wobei besonders der Eiweißgehalt zu beachten ist, damit es nicht zu einem Eiweißüberschuss kommt. Allerdings muss immer zusätzlich auch Heu oder Stroh angeboten werden. Auch ein Salz- oder Mineralleckstein muss immer zur Verfügung stehen. Schwitzen die Pferde stark, kann es drüber hinaus erforderlich sein Mineralien oder Elektrolyte zuzufüttern. Dazu sollte man beim Tierarzt seines Vertrauens nachfragen.

Pferd & Pferdefreunde wünscht allen Pferden und Reitern einen schönen Sommer!

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